Eine absolut geniale Teamleistung konnte nicht mein eher sub-optimales Ergebnis verhindern. Im Vorfeld haben wir im Team wirklich viel trainiert und am Setup gebastelt, um ein möglichst optimales Ergebnis zu erzielen. Was Massimo und René sowohl in Quali, als auch Rennen durchaus gelang, ging bei mir ordentlich in die Hose. Doch eins nach dem anderem.
Qualifikation
Die Qualifikation lief ganz gut. In den ersten Runden haben wir uns geeinigt, dass jeder für sich Runden fährt und eine sichere Zeit hinlegt. Ich bin dabei leider knapp eine halbe Sekunde hinter meiner Zeit geblieben, lag aber gut auf Rang 12 bis dahin. Die letzten Minuten nutzten wir dann gemeinsam, uns gegenseitig Windschatten zu geben.
Die Strecke wies eine Besonderheit auf: Die sehr lange Start-Ziel Gerade. Sie ließ es zu, das Fahrzeug an seinen Topspeed heranzubringen und nur noch durch den Luftwiderstand eingebremst zu sein. Folglich konnte man im Windschatten einen Überschuss von 10km/h und sogar mehr erreichen. Dass sich das natürlich auch auf die Rundenzeiten auswirkt ist selbstverständlich.
Summa summarum sprang dadurch für Massimo P1, René P5 und für mich P9 heraus. Damit konnte ich durchaus zufrieden sein, auch wenn noch immer 1 Zehntel auf meine Bestzeit – ohne Windschatten – fehlte.
Rennen
Vorweg, die Anfangsphase lief einfach katastrophal für mich. Nachdem die Signalgeber auf grün umsprangen, habe ich direkt verschlafen und bin P9 auf P16 zurückgefallen! Reihenweise fuhren die Konkurrenten an mir vorbei und ließen mich stehen wie ein Rentner mit Einkaufswagen.
Davon ließ ich mich allerdings nicht entmutigen, denn das Rennen sollte immerhin ganze 50 Runden lang sein. Der nächste Schreck folgte allerdings auf dem Fuße. Beim Anbremsen zur dritten Kurve, habe ich das Fahrzeug überbremst, mein Heck verloren und anstatt von der Strecke weg, mich direkt in den Verkehr gedreht. Folge daraus: 3 Abräumer, ein angeschlagenes Fahrzeug und P22.
Die Aufholjagd konnte beginnen … bis zum Meisterschaftskonkurrenten Arens, der auf P16 lag. Der meinte, mir das Leben schwer machen zu wollen, obwohl ich deutlich schneller unterwegs war. 1.5 Sekunden pro Runde sprechen dabei eine eindeutige Sprache. Beim ersten Aufeinandertreffen in Runde 5, drehte ich mich Weg, verlor gute 4 Plätze und kämpfte mich bis in Runde 10 wieder auf ihn heran. Dann entstand erneut ein Windschattenduell mit ihm auf der bereits erwähnten Start-Ziel-Gerade. Mit Topspeed und durchgetretenem Gaspedal flogen wir Spiegel an Spiegel die nie enden wollende Fahrbahn entlang und gingen auf Augenhöhe in die erste Kurve. Da für mich natürlich die Kurve enger war, aufgrund der Innenseite zur Anfahrt, bremste ich eine Winzigkeit eher, als er. Was ihn aber nicht davon abhielt, direkt einen Einlenkpunkt zu wählen, der unter meinem Bodenblech lag.
Folge: Abschuss! Da in der Innenseite der Kurve ein Bumper platziert war, traf ich diesen seitlich, was das Auto aushebelte und mich auf dem Dach landen ließ. Ein astreiner Überschlag war die Folge. Da ich wieder auf den Füßen landete, konnte ich die Fahrt fortsetzen. Das Auto mittlerweile ordentlich verbeult, aber noch fahrtauglich, war es für mich natürlich unmöglich noch gute Rundenzeiten hinzulegen.
Beim dritten Aufeinandertreffen schien Michael Arens etwas Fairness walten zu lassen, indem er einen Fehler machte, von der Strecke rutschte und ich an ihm vorbeiziehen konnte … Jetzt ging mein Rennen mit indirekten Kämpfen los.
Da ich auf einer 2-Stop unterwegs war, erkannte ich schnell meinen Vorteil gegenüber den 3-Stoppern. Jens Wolf und Karl-Heinz Kluth galt es für also zu schlagen. Beide auf P11 und 12 liegend, also die letzten beiden Punkteplätze belegend. Immer wieder direkte Scharmützel mit Kluth blieben im Bereich des akzeptablen und wir konnten uns über die Fahrweise einigen. Nach seinem dritten Stop, schaffte ich es, ihn hinter mir zu belassen und sogar P10 zu belegen. In Folge der weiteren Zweikämpfe machte ich allerdings einen Fehler, der sich 7 Runden vor Schluss auf einen Platztausch auswirkte.
Schlussendlich kam ich auf P11 ins Ziel, konnte noch 2 Punkte schnappen und hatte ob der mehr als schlechten Startphase zur Qualifikationsposition nur 2 Plätze verloren. Am grünen Tisch landete ich dann sogar noch auf Position 10 und bin meinem Ziel, die Top 10 zu erreichen treu geblieben.
In der Meisterschaftswertung sieht es nach 5 Läufen aber eher nicht nach Ziel-Erreichung aus. Mit 22 Punkten liege ich aktuell auf dem 12. Rang, habe aber nur 4 Punkte Rückstand auf den 10. In der Teamwertung liegen René und ich im Moment auf Rang 4 mit 87 Punkten und 12 Punkten Rückstand auf den dritten Platz. Unser Ziel ist hier also auch noch sehr gut in Reichweite.
Das nächste Rennen findet am 20.05. auf dem Norisring statt. Wir werden logischerweise wieder mit dem ganzen RSSW Team angreifen und rausholen, was rauszuholen geht. Die Motivation ist noch da, der aufgekommene Frust treibt mich nur an, noch mehr zu trainieren und bessere Platzierungen einzufahren.
Der komplette Stream vom Rennen ist auf Youtube verfügbar oder direkt hier anschaubar.






Das Jahr ist noch nicht einmal 2 Monate alt, dennoch habe ich schon die erste Meisterschaft absolviert. Auf dem Programm stand der Porsche Carrera Cup beim
Der Porsche Carrera Cup 2012 bot aber noch zwei ganz besondere Höhepunkte für alle Teilnehmer: David Jahn und Robert Lukas, beides reale Porsche Cup Fahrer, bestritten zusammen mit uns virtuellen Fahrer mehrere Rennen. Die Motivation gegen reale Fahrer antreten zu können, gerade nach Aussagen wie “fährt sich wie ein realer Porsche”, war natürlich ungemein hoch. Die Rennfahrer-VIPs blieben ihren Erwartungen auch nicht hinterher, David Jahn fuhr in Spa zwei beachtliche zweite Plätze ein. Die Hoffnung ist groß, mit den sehr sympathischen Fahrern, oder auch mit anderen VIPs, in Zukunft weitere Rennen bestreiten zu dürfen.


