Da ist sie nun ins Land gegangen, die Saison 2011. Nach einer Pause von guten 3 Jahren habe ich endlich wieder eine sehr aktive und auch rennreiche Saison hinter mich gebracht. Alles in allem bin ich doch sehr zufrieden. Nach der Abstinenz musste sich erstmal wieder Erfahrung und auch Konstanz einstellen. Während ich früher immer viel damit zu kämpfen hatte, Runden wirklich fehlerfrei abzuspulen, habe ich zumindest früh im Jahr die Erkenntnis gelangt, dass mir das besser gelingt, als je zuvor. Zwar sind fehlerfrei Renndistanzen noch immer das oberste Ziel und auch noch immer nicht erreicht, aber die Fehler haben sich wenigstens dermaßen gelindert, dass die Zielflagge in vielen Fällen gesehen werden konnte. Es bleibt noch zu erwähnen, dass ich alle Rennen in diesem Jahr ausschließlich beim SimRacing Deutschland e.V. als aktives Vereinsmitglied gefahren bin.
Los ging es im Januar mit einem kleinen Cup, der mit den Fahrzeugen des PCC2007 ausgetragen wurde. Ich nahm ihn als Anlass, mich für auf die Preisgeldsaison in der Teamplay DSTM (Deutsche Simracing Tourenwagen Meisterschaft) vorzubereiten. So schaffte ich es die ersten 3 von 5 Veranstaltungen mit jeweils 2 Rennen mitzufahren und im Gesamtklassement den 10. Platz zu erreichen. Offensichtlich konnte ich dabei genug Eindruck hinterlassen, um von Rene Nospickel im Auftrag des RSSW motorsport Teams angefragt zu werden, ob ich nicht sein Teammitglied in der DSTM werden möchte. Da ich noch als Alleinkämpfer hätte antreten müssen, fiel mir die Zusage nicht schwer. Somit stand das Engagement und auch die Motivation für die kommende große Meisterschaft für 2011.
Die DSTM ist eine der zwei Premiumserien des SRD e.V. und mit einem Preisgeld von 1500 EUR dotiert. Wobei es Gewinnausschüttungen bis zu Platz 12 gibt. Mein Ziel war es, mich möglichst konstant in den Top 10 zu halten und schlussendlich auch in der Gesamtwertung zu platzieren. Im Verlauf der Saison musste ich allerdings nicht nur damit kämpfen, das Fahrzeug, sondern auch eine Vielzahl der Strecken kennenzulernen. Definitiv ein Handicap gegenüber den anderen Meisterschaftskonkurrenten, als auch meinem Teamkollegen. Da die DSTM schon in die zweite Saison ging, war natürlich ein Erfahrungsnachteil auf meiner Seite. Nichts desto trotz schaffte ich es, mich immer wieder in der Nähe oder gar in den Top 10 zu platzieren. Das beste Ergebnis fuhr ich im sechsten von 12 Läufen auf der Strecke von Toban, USA ein. Ein fünfter Platz und eine Menge Stolz nahm ich aus der Halbzeit der Saison mit. Leider musste ich im letzten Renndrittel einen Ausfall auf dem Norisring und eine Nicht-Teilnahme am Finallauf hinnehmen, so dass ich 10 der 12 Läufe bestritt und nur bei einem Lauf die Zielflagge nicht erreichte. Unter dem Strich verbuchte ich einen 11. Platz in der Gesamtfahrerwertung, was leider knapp am Saisonziel vorbei ist, aber in der Teamwertung haben wir einen soliden vierten Platz, der lange Zeit Ambitionen auf Platz 3 aufwies, einfahren können. Auch hier zwar knapp am Podium vorbei, aber sicherlich keine schlechte Platzierung.
Unerwartetes Highlight bildete für mich die Virtual Race of Champions (VROC), die eine offene Meisterschaft über 10 Rennen, großteils zu je 2 Läufen, umfasste. Ich bin mit der Intention an die Meisterschaft gegangen, die ersten Rennen auf jeden Fall mitzufahren, mich aber größtenteils auf die DSTM zu konzentrieren. Der Anfang war dabei so gestaltet, dass er direkt in der Sommerpause der DSTM stattfand, es also nicht zu Kollisionen mit der anderen Meisterschaft kam. Die Besonderheit der VROC liegt aber darin, dass jeder Rennabend mit anderen Mods und unterschiedlichsten Strecken gefahren wird. Angefangen bei BMW Minis, über Formel BMW und Ferrari Challenge bis hin zu Indycar, Nascar und schlussendlich der australischen V8 Serie war nahezu alles vertreten, was das Racerherz höher schlagen lässt.
Der Auftakt gelang mit überraschend nach Maß. Ein zweiter und sechster Platz am ersten Rennabend katapultierten mich tatsächlich an die Spitze der Wertung, die ich auch 3 Rennen lang genießen durfte. Erst zur Meisterschaftshalbzeit musste ich ein Rennen auslassen und sah mich dann auf dem dritten Platz wieder. Höhepunkt fahrerischer, aber auch tragischer Natur bildete für mich das fünfte Rennen auf dem Oval von Indianapolis mit den Indycar Fahrzeugen. Konnte ich in der Qualifikation meine erste Pole der Karriere herausfahren, lag Licht und Schatten dermaßen nah beieinander, dass ich durch einen Rechenfehler das Rennen kurz vor Schluss aufgrund von Spritmangel auf Platz 1 liegend aufgeben musste. Der Frust war groß, aber der Lerneffekt nicht minder gering. Im weiteren Verlauf habe ich an jedem Rennen teilgenommen, so dass ich an 9 von 10 Rennabenden anwesend war und hier – aus meiner Sicht – sensationell den dritten Platz in der Gesamtwertung halten konnte. Eine herausragend und denkwürdige Meisterschaft für mich, die ihren Abschluss in Bathurst mit den V8 Fahrzeugen fand. Ich schaffte es tatsächlich in beiden Läufen jeweils den dritten Platz einzufahren und somit zwei Mal auf dem Podium zu stehen und schlussendlich natürlich auch zwei Mal ein Interview geben zu dürfen.
Resümierend bin ich hoch zufrieden mit der Saison. Meine durchschnittliche Platzierung über alle Läufe liegt zwischen Platz 7 und 8 (7,52). Ich habe insgesamt über 4500 Runden in den diversen Fahrzeugen absolviert und schlussendlich an 22 Rennabenden mit insgesamt 32 Läufen teilgenommen, wobei ich 4 Läufe nicht beendet habe. Für das kommende Jahr will ich auf jeden Fall wieder im Tourenwagen bereich an den Start gehen und, wenn es zeitlich und logistisch passt, Erfahrungen in einem Langstreckencup sammeln.
Ich gehe nun zufrieden aus dem Simracing Jahr 2011 in den Jahreswechsel und bin natürlich hoch motiviert für das nächste Jahr. Speziellen dank möchte ich nochmals gesondert an Rene Nospickel loswerden, der mir immer wieder geduldig die Linien diverser Strecken gezeigt und mir Tipps gegeben hat. Im Gegenzug konnte ich ihm hoffentlich mit dem ein oder anderen Setup zu einer guten Platzierung verhelfen. Ich hoffe, dass unsere Arbeit auch in den kommenden Meisterschaften so gut weitergehen wird.
